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Auch wenn man bei UNIFIED hin und wieder leichte Abstriche in Sachen Songwriting machen muss, so ist das Material, das die Herrschaften auf ihrer Debüt-Full-Length herausgeben unverfälscht und pur.

Meist im Midtempo gehalten, trumpfen die Nummern mit ganz dezent verschachtelten Arrangements, spannungsvollen Strukturen und zumeist auch starken Hooklines auf, und das wohlgemerkt in einem sehr authentischen, unpolierten Heavy Metal-Sound. “Black & White” ist die Weiterentwicklung des klassischen Teutonenstahls, zwar manchmal nicht so fokussiert und zielstrebig, dafür aber mit der nötigen Leidenschaft in den meist längeren Kompositionen. Die erste Scheibe des Quartetts um Letzte Instanz-Drummer Sebastian Spörl (UNIFIED: Da hat der Redakteur wohl etwas verwechselt) besticht vor allem im mittleren Part durch mitreißende Melodien und knackiges Riffing und landet mit dem Titel-Song und dem nachfolgenden ‘Hidden In Fear’ zwei echte Volltreffer. Auch das ruhigere Material auf “Black & White” läuft nicht Gefahr, vom Pomp geschluckt zu werden, allen voran das semi-balladeske ‘Land Of Feelings’ und das bärenstarke ‘Ascan’. Lediglich das als Bonustrack angehängte Freedom Call-Cover ‘Warriors’ hätte man sich sparen können, da Frontmann Markus Hager die hohen Vocals bei Weitem nicht so gut beherrscht wie Chris Bay. Dafür entpuppt sich der Mann jedoch in den stampfenden Nummern als brauchbarer Shouter, der als entscheidendes Puzzleteil Anteil am richtig guten Gelingen dieses Einstands hat.

Dieses Review verfasste Björn Backes | Ausgabe 89 | www.legacy.de